Weinbau mit Verantwortung: Was wir im Weingut Christ konkret tun

Weinbau mit Verantwortung: Was wir im Weingut Christ konkret tun

Verantwortungsvoller Weinbau ist kein einzelnes Verfahren und kein pauschales Qualitätsversprechen. Für uns bedeutet er, die tägliche Arbeit im Weinberg und im Betrieb immer wieder kritisch zu prüfen: Wie pflegen wir unsere Böden? Wie können wir Pflanzenschutzmittel gezielter einsetzen? Wo lässt sich Wasser sparen? Und wie können wir einen größeren Teil unseres Energiebedarfs selbst erzeugen?

Wir möchten dabei nicht behaupten, bereits für jede Herausforderung die perfekte Lösung gefunden zu haben. Stattdessen zeigen wir, welche konkreten Maßnahmen wir im Weingut Christ bereits umsetzen und an welchen Themen wir weiterarbeiten.

24,75 kWp installierte Photovoltaikleistung
10 kWh Stromspeicher
rund 70 % betrieblicher Autarkiegrad
5.000 Liter Regenwasserzisterne

Was nachhaltiger Weinbau für uns bedeutet

Weinbau ist auf langfristig bewirtschaftbare Böden, geeignete Witterungsbedingungen und gesunde Reben angewiesen. Gleichzeitig werden Maschinen, Energie, Wasser, Pflanzenschutzmittel und Verpackungsmaterialien benötigt.

Deshalb betrachten wir den Weg zu nachhaltigem Weinbau nicht als einzelne Maßnahme. Entscheidend ist für uns das Zusammenspiel vieler betrieblicher Entscheidungen. Im Mittelpunkt stehen dabei:

  1. Winterbegrünungen und Bodenpflege,
  2. Pflanzenschutz nach tatsächlichem Krankheitsdruck,
  3. gezielter und begrenzter Wassereinsatz,
  4. eigene Stromerzeugung und ein bewusster Energieverbrauch,
  5. ein möglichst bedarfsgerechter Materialeinsatz bei Verpackungen.

Winterbegrünung und Bodenpflege im Weinberg

Der Boden bildet die Grundlage unserer Weinberge. Deshalb setzen wir zwischen den Rebzeilen auf Winterbegrünungen. Dabei wachsen während der Wintermonate unterschiedliche Pflanzen zwischen den Reben.

Die Begrünung bedeckt den Boden in einer Jahreszeit, in der die Reben nur wenig Wasser benötigen. Sie kann den Boden vor Erosion schützen, seine Struktur unterstützen und zusätzlichen Lebensraum im Weinberg schaffen.

Welche Begrünung für eine Fläche geeignet ist, hängt vom Standort, vom Boden, von der Wasserversorgung und vom Verlauf des jeweiligen Jahres ab. Deshalb beobachten wir die Entwicklung der Bestände und passen die Bearbeitung an die Bedingungen im Weinberg an.

Unsere konkrete Maßnahme Wir setzen Winterbegrünungen ein und stimmen deren Pflege auf die Bedingungen der jeweiligen Rebfläche ab.

Mehr über unsere Arbeit in den Weinbergen erfahren

Pflanzenschutz nach tatsächlichem Krankheitsdruck

Weinreben können insbesondere durch Pilzkrankheiten erheblich geschädigt werden. Pflanzenschutz lässt sich im heutigen Weinbau deshalb nicht vollständig vermeiden.

Unser Ziel ist, Pflanzenschutzmittel nicht einfach nach einem starren Kalender einzusetzen. Wir nutzen moderne Prognosemodelle, um den Krankheitsdruck besser einzuschätzen.

In diese Modelle fließen unter anderem Wetterdaten und Bedingungen ein, unter denen sich Rebkrankheiten entwickeln können. Zusammen mit unseren Beobachtungen im Weinberg helfen uns diese Informationen dabei, Behandlungen an die tatsächliche Situation anzupassen.

Auf diese Weise können Anwendungen dort eingespart werden, wo eine Behandlung nach fachlicher Einschätzung nicht erforderlich ist. Die Prognosemodelle ersetzen dabei nicht die Kontrolle der Reben, sondern ergänzen unsere praktische Erfahrung.

Unsere konkrete Maßnahme Wir verbinden Prognosemodelle, Wetterdaten und die Kontrolle im Weinberg, um Pflanzenschutzmittel abhängig vom tatsächlichen Krankheitsdruck einzusetzen.

Regenwasser sammeln und gezielt einsetzen

Wasser wird sowohl im Weinberg als auch im Weingut benötigt. Um die Verbräuche besser nachvollziehen zu können, erfassen wir einzelne Betriebsbereiche mit separaten Wasser-Unterzählern.

Dadurch können wir Veränderungen im Verbrauch erkennen und gezielter untersuchen, an welchen Stellen Wasser benötigt wird oder möglicherweise unnötig verloren geht.

5.000 Liter Regenwasser für Junganlagen

Zusätzlich sammeln wir Regenwasser in einer Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern. Dieses Wasser verwenden wir bei Bedarf zur Bewässerung von Junganlagen.

Junge Reben verfügen noch nicht über das tief entwickelte Wurzelsystem älterer Rebstöcke. In längeren Trockenphasen können sie deshalb besonders empfindlich reagieren.

Unsere Weinberge werden jedoch nicht flächendeckend bewässert. Das gesammelte Wasser setzen wir nur in Ausnahmefällen bei Junganlagen ein. Dadurch soll die vorhandene Wassermenge gezielt dort genutzt werden, wo junge Reben ohne zusätzliche Versorgung dauerhaft geschädigt werden könnten.

Unsere konkreten Maßnahmen Separate Wasser-Unterzähler schaffen Transparenz über die Verbräuche. Regenwasser wird in einer 5.000-Liter-Zisterne gesammelt und nur bei Bedarf für Junganlagen eingesetzt.

Photovoltaik, Stromspeicher und LED-Beleuchtung

Seit 2024 betreiben wir auf unseren Gebäuden eine Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von 24,75 kWp. Ergänzt wird sie durch einen Stromspeicher mit einer Kapazität von 10 kWh.

Der Speicher ermöglicht es, einen Teil des tagsüber erzeugten Solarstroms später zu nutzen, wenn die Anlage gerade weniger oder keinen Strom produziert.

Mit dieser Kombination erreichen wir derzeit einen Autarkiegrad von rund 70 Prozent. Das bedeutet, dass wir einen großen Teil unseres betrieblichen Strombedarfs mit selbst erzeugtem Solarstrom decken. Es bedeutet jedoch nicht, dass unser Betrieb vollständig unabhängig vom Stromnetz oder emissionsfrei ist.

Stromverbrauch nicht nur erzeugen, sondern auch begrenzen

Neben der eigenen Stromerzeugung betrachten wir auch den Verbrauch selbst. Dazu gehören insbesondere:

  • Beleuchtung im Keller und in den Betriebsräumen,
  • Kühlung und Temperaturführung,
  • Pumpen und weitere Kellertechnik,
  • Lüftung und Gebäudetechnik,
  • der Energiebedarf neuer Maschinen und Geräte.

In unseren Betriebsbereichen setzen wir LED-Beleuchtung ein. Gegenüber älterer Beleuchtungstechnik benötigt sie bei vergleichbarer Nutzung weniger Strom und besitzt in der Regel eine längere Lebensdauer.

Bei Neuanschaffungen berücksichtigen wir deshalb neben Funktion und Preis auch den Energiebedarf während des laufenden Betriebs.

Unsere konkreten Maßnahmen 24,75 kWp Photovoltaikleistung, 10 kWh Stromspeicher, Inbetriebnahme im Jahr 2024, ein Autarkiegrad von rund 70 Prozent und LED-Beleuchtung in den Betriebsbereichen.

Verpackung: konkrete Materialien statt pauschaler Versprechen

Flaschen, Verschlüsse, Etiketten und Versandkartons gehören ebenfalls zur Gesamtbetrachtung eines Weins. Eine Verbesserung bei einem einzelnen Bestandteil macht jedoch nicht automatisch die gesamte Verpackung oder den Wein „nachhaltig“.

Bei unseren Versandverpackungen setzen wir auf recyclingfähige Kartonmaterialien und achten darauf, die Verpackungsgröße an die jeweilige Bestellung anzupassen.

Diese Aussage bezieht sich ausdrücklich auf die von uns eingesetzten Versandkartons. Für weitergehende Aussagen über Flaschengewicht, Recyclinganteile oder die gesamte Produktverpackung sind konkrete Herstellerangaben und vergleichbare Daten erforderlich.

Unsere konkrete Maßnahme Wir verwenden recyclingfähige Versandkartons und wählen die Verpackungsgröße passend zur jeweiligen Bestellung.

Nachhaltiger Weinbau bleibt ein fortlaufender Prozess

Die Arbeit im Weinberg verändert sich mit jedem Jahrgang. Trockenheit, starke Niederschläge, Krankheitsdruck und unterschiedliche Reifeverläufe verlangen immer wieder neue Entscheidungen.

Wir verstehen nachhaltigen Weinbau deshalb nicht als abgeschlossenen Zustand. Für uns geht es darum, einzelne Betriebsbereiche zu überprüfen, Erfahrungen zu sammeln und Verbesserungen dort umzusetzen, wo sie fachlich und betrieblich sinnvoll sind.

Dabei möchten wir offen unterscheiden zwischen Maßnahmen, die bereits umgesetzt sind, geplanten Veränderungen und allgemeinen Möglichkeiten. Denn eine nachvollziehbare Einzelmaßnahme sagt mehr aus als ein großes, aber unbestimmtes Umweltversprechen.

Das Weingut Christ persönlich kennenlernen

Unsere Familie begleitet die Weine von der Arbeit im Weinberg bis zur Abfüllung. Lernen Sie die Menschen hinter dem Weingut kennen, entdecken Sie unsere Weine oder besuchen Sie uns nach vorheriger Anmeldung in Flonheim.

Häufige Fragen zum nachhaltigen Weinbau

Ist nachhaltiger Weinbau dasselbe wie ökologischer Weinbau?

Nein. Der ökologische Weinbau unterliegt festgelegten gesetzlichen Vorgaben und Kontrollen. Nachhaltiger Weinbau ist ein weiter gefasster Begriff und kann ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte umfassen. Eine allgemeine Nachhaltigkeitsaussage ist deshalb keine Biozertifizierung.

Warum werden Winterbegrünungen im Weinberg eingesetzt?

Winterbegrünungen bedecken den Boden außerhalb der Hauptwachstumszeit der Reben. Sie können den Boden vor Erosion schützen, seine Struktur unterstützen und zusätzlichen Lebensraum schaffen. Die genaue Wirkung hängt von der Begrünungsmischung, dem Standort und der Pflege ab.

Wie helfen Prognosemodelle beim Pflanzenschutz?

Prognosemodelle werten unter anderem Wetterdaten und Bedingungen für die Entwicklung von Rebkrankheiten aus. Zusammen mit der Kontrolle im Weinberg helfen sie dabei, Behandlungen an den tatsächlichen Krankheitsdruck anzupassen.

Werden die Weinberge des Weinguts Christ bewässert?

Eine flächendeckende Bewässerung findet nicht statt. Das in der 5.000-Liter-Zisterne gesammelte Regenwasser wird nur in Ausnahmefällen für Junganlagen eingesetzt, wenn längere Trockenphasen die jungen Reben gefährden.

Was bedeutet ein Autarkiegrad von rund 70 Prozent?

Der Autarkiegrad beschreibt, welcher Anteil des betrieblichen Stromverbrauchs durch die eigene Photovoltaikanlage und den Stromspeicher gedeckt wird. Rund 70 Prozent bedeuten nicht, dass der Betrieb vollständig vom Stromnetz unabhängig oder emissionsfrei ist.

Wo kann ich die Weine des Weinguts Christ kennenlernen?

Sie können unsere Weine direkt über unseren Onlineshop bestellen oder nach vorheriger Anmeldung in unserer Vinothek in Flonheim verkosten.

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Unser Versprechen

Wir stehen für ehrliches Handwerk und Naturverbundenheit. Keine Großkellerei oder anonymer Weinhandel - Wir zwar sind ein kleiner familiengeführter Betrieb, schreiben aber Service dafür ganz groß.